Aus dem Grossen Rat – Interpellation betreffend zunehmenden Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht und dessen Auswirkungen auf das Lernen

VORSTOSS
Interpellation betreffend zunehmenden Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht und dessen Auswirkungen auf das Lernen vom 10. März 2026 von Stefanie Köpfli, SVP, Arni (Sprecherin), Jürg Baur, Mitte, Brugg, Dr. Titus Meier, FDP, Brugg
Text und Begründung:
In den Schulen des Kantons Aargau werden digitale Medien wie Tablets, Laptops und Lernsoftware zunehmend im Unterricht eingesetzt. Dies wird häufig mit dem Anspruch auf zeitgemässen Unterricht sowie mit der Förderung digitaler Kompetenzen begründet.
Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass das Lernen durch Schreiben von Hand sowie das Arbeiten mit Stift und Papier positive Auswirkungen auf das Textverständnis, die Merkfähigkeit und die Konzentration haben. Insbesondere auf grundlegende Lernprozesse wie Lesen, Schreiben und das nachhaltige Behalten von Lerninhalten scheint sich dies positiv auszuwirken.
Zudem ist zu beobachten, dass mehrere Länder – insbesondere in Skandinavien – den starken Fokus auf digitale Lernmittel im Schulunterricht zunehmend kritisch hinterfragen. In Schweden wird die Digitalisierung an Schulen teilweise zurückgefahren, um den Stellenwert von Büchern, Handschrift und analogen Lernformen wieder zu stärken. Diese Entwicklung hat eine breite öffentliche und bildungspolitische Debatte ausgelöst.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der heutige Einsatz digitaler Medien an den Schulen des Kantons Aargau pädagogisch ausgewogen gestaltet ist und den langfristigen Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler bestmöglich unterstützt.
Die Interpellanten ersuchen den Regierungsrat um die Beantwortung folgender weiterer Fragen, welche aus der Interpellation 24.210 betreffend Stand der Digitalisierung an den Aargauer Volksschulen hervorgehen:
1. Welche pädagogischen Überlegungen liegen dem heutigen Einsatz digitaler Medien an den Schulen des Kantons Aargau zugrunde?
2. Wie beurteilt der Regierungsrat wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach das Lernen durch Schreiben von Hand gegenüber digitalem Lernen Vorteile aufweist, insbesondere hinsichtlich des Verständnisses, der Merkfähigkeit und der Konzentration?
3. In welchem Umfang werden digitale Endgeräte derzeit im Unterricht eingesetzt, insbesondere auf der Primarstufe und der Sekundarstufe (z. B. durchschnittliche Bildschirmzeit pro Schultag oder Anzahl Lektionen mit digitalen Geräten)?
4. Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass grundlegende Kulturtechniken wie Schreiben von Hand, Lesen längerer Texte und Rechnen ohne digitale Hilfsmittel ausreichend gefördert werden?
5. Hat der Regierungsrat Kenntnis davon, dass einzelne Länder – insbesondere in Skandinavien – ihre Strategie beim Einsatz digitaler Medien im Schulunterricht überdenken oder anpassen? Welche Schlussfolgerungen zieht er daraus für den Kanton Aargau?
6. Sieht der Regierungsrat Handlungsbedarf, den Stellenwert von Stift, Papier und Büchern im Schulunterricht wieder stärker zu gewichten?
7. Welche Verantwortung trägt die Schule im digitalen Zeitalter für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler?
8. Welche Vorgaben betreffend digitale Infrastruktur will der Kanton den Gemeinden machen und welchen Einfluss haben die kritischen Berichte über den Einsatz digitaler Medien im Unterricht darauf?
9. Viele Familien legen zum Schutz ihrer Kinder klare Bildschirmzeiten fest. Wie steht der Regierungsrat zu diesem Spannungsfeld mit der Bildschirmzeit in der Schule?
10. Im Schulalltag gibt es Eltern, die für ihre Kinder zu Hause lieber ein Schulbuch als ein iPad haben. Können Eltern die Abgabe von Schulbüchern einfordern bzw. den Einsatz eines iPads zu Hause untersagen?
11. Immer mehr Lehrmittel sind nur noch digital und zu deutlich höheren Kosten als früher erhältlich. Welche Strategie verfolgt das BKS (Departement Bildung, Kultur und Sport) diesbezüglich beim Schulverlag plus?
12. Welche Werte sollen unsere digitale Schulwelt prägen?
13. Was versteht der Regierungsrat unter „gesundem Lernen“ in einer zunehmend digitalisierten Schule?
SVP Bezirk Bremgarten
